Institut für Prozessdatenverarbeitung und Elektronik

 


 
 

Full-custom ASIC-Entwicklung im IPE


Was sind full-custom ASICs?

Full-custom ASICs sind monolithisch integrierte Schaltungen (ICs), bei denen alle Strukturen auf dem Halbleiterchip kunden- bzw. anwendungsspezifisch sind. Solche Bausteine können sowohl digitale als auch analoge Schaltungsteile enthalten ("mixed-signal") und bieten maximale Flexibilität, da vollkommen individuelle Schaltungskonzepte realisiert werden können.
Im IPE werden full-custom ASICs mit Hilfe eines umfangreichen Softwarepaketes der Fa. CADENCE entwickelt. Verwendung finden sie vor allem in der Mikrosensorik und -aktorik, wo es auf größtmögliche Miniaturisierung, geringen Leistungsverbrauch und optimale Anpassung an die Mikrosensor- oder -aktorelemente (z.B. Beschleunigungs-, Gassensoren, etc.) ankommt. Interessant ist auch die Realisierbarkeit von 'Systems on Chip' (SoC) mit Hilfe von full-custom ASICs. Ein Beispiel hierfür ist ein Sensorsystem, bei dem von der analogen Sensorauswertung über A/D-Wandlung, Microcontroller, Power Management und Businterface alles auf einem einzigen Siliziumchip untergebracht ist.

Beispiele für im IPE entwickelte full-custom ASICs

HPE604V1B (1999)

Der HPE604V1B ist eine erste Realisierung eines ASICs für ein hochauflösendes triaxiales Beschleunigungssensor-Mikrosystem. Es handelt sich um einen Auswertechip für mikromechanische kapazitive Beschleunigungssensorelemente, der nach dem Prinzip des Elektromechanischen Sigma-Delta-Wandlers arbeitet. Besonderheiten sind die hohe Auflösung sowie zahlreiche Schaltungsdetails, die den praktischen Betrieb dieses Auswertekonzeptes in Verbindung mit einer Vielzahl kommerzieller mikromechanischer Sensorelemente erst ermöglichen. Insbesondere musste eine besondere 'High-Voltage' CMOS-Technologie gewählt werden, die die zur elektrostatischen Kraftkompensation im Sensorelement nötigen Spannungen von bis zu 20V verarbeiten kann.

HPE604V1B - A Sigma-Delta Accelerometer Prototype ASIC (Vortragsmaterial in PDF-Format, ca 230kB)

Layout (GIF-Bild, ca. 80kB)

HPE604V2B (2000)

Der HPE604V2B ist eine Weiterentwicklung des HPE604V1B. Gegenüber diesem sind nun drei Beschleunigungskanäle auf einem einzigen Chip zusammengefaßt, darüberhinaus erfolgte eine Portierung des Designs auf einen moderneren 0,8µm-HV-CMOS-Prozess.


 

Datenblatt (datasheet, english) im PDF-Format, ca. 108kB

IPE211V1B (2002)

Der IPE211V1B ist ein erster Prototyp einer Photodiodenzeile mit integrierten per-pixel ADCs. Er dient der Evalution eines Konzeptes für ein hochintegriertes VIS-Spektrometer in Verbindung mit einem LIGA-Mikrospektrometerbaustein. Die Photodiodenzeile selbst besteht aus zunächst (im Prototyp) 64 Einzeldioden mit 25µm Pitch und einer Pixelhöhe von 600µm. Der Chip enthält für jedes Photodiodenelement einen Sigma-Delta-ADC erster Ordnung mit einem nachgeschalteten 16-bit-Zähler als Dezimierungsfilter. Die Ausgabe der digitalisierten Photostromwerte erfolgt über eine schnelle synchrone serielle Schnittstelle (SSC-Interface).

IPE211V1B_Chipfoto_Mikroskop.jpg

 

Kontakt: Dr. S. Wüstling



 

Sascha Wüstling, wuestl(at)ipe.fzk.de, 11.04.2007
Institut für Prozessdatenverarbeitung und Elektronik, Forschungszentrum Karlsruhe